Am 17.08.2026 fand bei ZIB-Training Wiener Neustadt im JBZ JTF für das Werkcamp Gesund und Sozial ein Workshop über die Tätigkeiten und den Ausbildungsweg zum Apotheker bzw. zur Apothekerin sowie zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (PKA) bzw. zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentin statt.
Der Workshop begann um 9:00 Uhr und dauerte bis etwa 11:15 Uhr. Die Vortragende, eine Apothekerin, vermittelte uns die Inhalte mithilfe einer PowerPoint-Präsentation und erklärte uns dabei unter anderem die Aufgaben in einer Apotheke, die verschiedenen Ausbildungswege und interessante Fakten über Arzneimittel.

Was macht ein Apotheker bzw. eine Apothekerin?
Apothekerinnen und Apotheker haben eine Vielzahl von Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die Beratung von Kundinnen und Kunden, die Abgabe von Medikamenten und die Kontrolle von Arzneimitteln. In manchen Fällen stellen sie auch selbst Arzneimittel her, zum Beispiel Salben, Augentropfen oder Zäpfchen.
Besondere Vorsicht ist bei Medikamenten für Kinder und Säuglinge notwendig. Die benötigte Menge eines Arzneimittels muss teilweise anhand des Körpergewichts berechnet werden, damit es nicht zu einer Überdosierung kommt.
Apothekerinnen und Apotheker sind außerdem Unternehmer und kümmern sich neben den pharmazeutischen Aufgaben auch um wirtschaftliche und organisatorische Angelegenheiten. In Apotheken werden neben Medikamenten beispielsweise auch Kosmetikprodukte und bestimmte Gesundheits- und Naturprodukte angeboten.
Mittlerweile können Apotheken auch verschiedene Gesundheitstests anbieten, wie sie viele Menschen beispielsweise aus der Corona-Zeit kennen. Dazu gehören unter anderem COVID-19-, Influenza- oder Kombi-Tests. Solche Tests können teilweise auch für die Anwendung zu Hause erworben werden.
Das Impfen in Apotheken ist in Österreich derzeit noch nicht allgemein rechtlich möglich. Die Österreichische Apothekerkammer setzt sich jedoch weiterhin dafür ein, dass Impfungen unter bestimmten Voraussetzungen auch in Apotheken angeboten werden können. Viele Apothekerinnen und Apotheker haben dafür bereits entsprechende Fortbildungen absolviert.
Wie wird man Apotheker?
Um in Österreich als Apothekerin oder Apotheker arbeiten zu können, muss zunächst Pharmazie/Pharmazeutik studiert werden. Das Studium besteht aus einem Bachelor- und einem Masterstudium. Anschließend ist ein einjähriges Aspirantenjahr in einer Apotheke zu absolvieren. Danach kann die entsprechende Berufsberechtigung erworben werden.

Was macht ein PKA?
PKA steht für Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz. PKA unterstützen Apothekerinnen und Apotheker bei vielen verschiedenen Aufgaben und sind dadurch eine Art Allrounder in der Apotheke.
Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Betreuung und Beratung von Kundinnen und Kunden, die Lagerverwaltung und verschiedene kaufmännische Tätigkeiten. Außerdem können sie unter fachlicher Anleitung bestimmte einfache Arzneimittel und Zubereitungen herstellen. Auch die Gestaltung der Verkaufsfläche und die Warenpräsentation gehören zu ihren Aufgaben.
Wie wird man PKA?
Im Gegensatz zum Apothekerberuf muss man für die Tätigkeit als PKA kein Studium absolvieren. Der Beruf wird nämlich über eine Lehre erlernt.
Die reguläre Lehrzeit beträgt drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise bei einer bereits abgeschlossenen Matura oder einer entsprechenden beruflichen Vorbildung, kann die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt werden und somit zwei Jahre dauern. Die Ausbildung ist dual aufgebaut. Das bedeutet, dass die praktische Ausbildung im Lehrbetrieb mit dem Besuch der Berufsschule kombiniert wird.
Wie erkennt man, wer wer ist?
Apothekerinnen und Apotheker sowie PKA kann man in einer Apotheke teilweise an ihren Berufsabzeichen erkennen, die am Kittel getragen werden.
Das Berufsabzeichen der PKA ist grün mit goldenem Rand. Das Abzeichen der Apothekerinnen und Apotheker ist rot-weiß-rot, wappenförmig gestaltet und zeigt unter anderem die Äskulap-Schlange.

Was machen Arzneimittel?
Arzneimittel können unterschiedliche Wirkungen haben. Sie können Beschwerden lindern, Krankheiten behandeln oder deren Entstehung verhindern. Je nach Arzneimittel können sie beispielsweise Schmerzen reduzieren, Fieber senken oder allergische Beschwerden lindern.
Wo sollte man Arzneimittel kaufen?
Arzneimittel sollte man grundsätzlich bei seriösen und vertrauenswürdigen Anbieter_innen kaufen. Die Beratung durch Fachpersonal ist dabei besonders wichtig, da Medikamente nicht für jeden Menschen gleichermaßen geeignet sind und beispielsweise Dosierung, Wechselwirkungen oder mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt werden müssen.
Als Beispiel wurde auch die Bittermandel genannt. „Bittermandeln enthalten Amygdalin, aus dem bei der Verdauung giftige Cyanidverbindungen entstehen können. Deshalb kommt es bei solchen Stoffen besonders auf die Menge an. Bittermandeln sind früher auch im Zusammenhang mit der Herstellung von Marzipan verwendet worden.“
Das Beispiel zeigt sehr gut, dass bei vielen Stoffen die Menge entscheidend ist. Wie das bekannte Sprichwort sagt: „Die Dosis macht das Gift.“

Wie wird aus einer Pflanze ein Arzneimittel?
Bevor ein Arzneimittel entwickelt wird, muss zunächst herausgefunden werden, welche Wirkung erzielt werden soll. Dafür können bestimmte Wirkstoffe aus Pflanzen oder anderen natürlichen Quellen untersucht und weiterverarbeitet werden.
Als Beispiel wurde im Workshop die Weidenrinde genannt. Sie enthält unter anderem den Wirkstoff Salicin. Salicin wird im Körper weiter umgewandelt und ist chemisch mit der Entwicklung von Salicylaten verbunden. Das bekannte Schmerz- und Fiebermittel Aspirin enthält allerdings nicht einfach Weidenrinde, sondern den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dieses Beispiel zeigt, dass natürliche Ausgangsstoffe als Grundlage für die Entwicklung von Arzneimitteln dienen können, das fertige Medikament aber ein genau dosierter und geprüfter Wirkstoff beziehungsweise eine entsprechende Arzneimittelform ist.

Wie weiß ein Medikament, wo es wirken soll?
Ein Medikament „weiß“ natürlich nicht, wo wir Schmerzen haben. Es wird auch nicht wie ein Magnet gezielt zu einer schmerzenden Stelle gezogen.
Je nach Arzneimittel gelangt der Wirkstoff nach der Einnahme in den Körper und wird über verschiedene Wege aufgenommen und verteilt. Bei vielen geschluckten Medikamenten wird der Wirkstoff im Magen-Darm-Trakt freigesetzt und anschließend in den Blutkreislauf aufgenommen. Über das Blut kann er im Körper verteilt werden und dort an den entsprechenden Zielstrukturen wirken.
Wenn wir beispielsweise Kopfschmerzen haben und ein Schmerzmittel einnehmen, wirkt der Wirkstoff nicht nur im Kopf. Wir nehmen die Wirkung aber vor allem dort wahr, wo die Beschwerden vorhanden sind.
Im Workshop wurde außerdem erklärt, dass bei kleineren Beschwerden manchmal auch Hausmittel eingesetzt werden können. Als Beispiel wurden verschiedene Tees genannt. Bei Verbrennungen kommt es hingegen auf die richtige Versorgung an; je nach Art und Schwere der Verbrennung sind geeignete Maßnahmen wichtig.
Praktischer Abschluss des Workshops
Zum Abschluss des Workshops durften wir selbst Cremes herstellen und diese mit Duftölen versehen. Außerdem konnten wir verschiedene Kräuter mit nach Hause nehmen, um daraus selbst Tee zuzubereiten.

Zum Verkosten gab es einen milden Malvenblütentee.

Der Workshop war dadurch nicht nur informativ, sondern auch praktisch gestaltet. Besonders interessant war es, mehr über den Berufsalltag in einer Apotheke, die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und die Wirkung von Arzneimitteln zu erfahren.

Bilder: Teilnehmer_innen-Schnappschüsse sowie lizenzfreie Fotos von pixabay.com

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